Die Stadt Graz hat mich bisher kaum interessiert.
Vor ein paar Jahren war ich einmal ein paar Stunden dort, im Rahmen eines 24 Stunden-Photo-Reise-Events, und damals hatte ich den Eindruck, dort ist die Welt noch eher scheibenförmig.
Heuer aber - obwohl ich solche kulturellen mega-events eigentlich hasse und verabscheue wie andere eine Magenkolik - dringen so manche Dinge aus dieser südlichen urbanen Ballung an meine armen geknechteten Ohren, die mir angenehm scheinen.
Da ist zum einen die Aufführung von Musik von Oliver Messiaen, die im Rahmen von Graz 0003 stattfand, die ich für ganz großartig halte und froh bin, dass Darbietungen derartiger künstlerischer Qualität noch stattfinden.
Zum anderen schwappt die Begeisterung über das "friendly alien", die neue Kunsthalle Graz, auch in meine provinzielle Geistesecke nach Wien, weil dieses wunderbar kitschige, sience-fiction-romantische ungetüm etwas wunderbar sympathisches ausstrahlt. Ein Gebäude in so herrlichem Blau, mit glitzernden Lamperln und Fenstern als Pickelausstülpungen getarnt - wenn das nicht eine Reise in den Süden wert ist, was dann?
am wochenende war ich in der nähe von mariazell, dem "gnadenort", bzw. dem "herzen österreichs", wie es auch genannt wird.
am sonntag besuchten unsere gastgeberinnen die vormittägliche messe in einer kapelle unweit von mariazell. mein freund helmut und ich nutzten diese stunde der katholischen einkehr der beiden damen um einen kurzen spaziergang im nahegelegenen wäldchen zu unternehmen.
es war etwa halb neun uhr, der morgennebel lag noch über den fluren und die schon aufgegangene sonne warf ihre strahlen auf dreidimensional sichtbare art und weise durch die bäume auf die erde. dieser effekt wird "kathedraleneffekt" genannt, und der umstand, dass helmut und ich uns nahezu alleine in dieser realen kathedrale befanden, machte uns wieder einmal bewusst, wie wenig wahrhafte spirituelle einkehr ein teilbares phänomen ist in unserer heutigen zeit.
so nahe, wie in diesen momenten in der naturkathedrale, war ich gott schon lange nicht mehr.
(...) Als Grund, warum Italien ein "außergewöhnliches Land" für Investitionen sei, führte Berlusconi die "hinreißenden Sekretärinnen" an. Das seien "erstklassige Mädchen".