Am Wochenende habe ich mir KILL BILL angesehen, weil ja da auch so mit Kampfszenen gemacht wird, so wie im Matrix und so. Da wo so Leute am rumhüpfen sind wie beim fliegen normalerweise, wo ja im Film "Hero" wohl am dramatischsten gewesen ist.
Der alte Quentin T. hat mich ja bislang kaum hinter dem gemütlichen Ofen hervorgelockt, Pulp Fiction ist nach 15 Minuten genüsslich abgedreht worden, damals, als ich noch Kabel hatte. Das mit gespreizten Fingern vor den Augen rummachen beim tanzen finde ich auch eher dämlich, ehrlichgesagt, auch und vor allem, wenn es der alte Autoabschmierer Travolta macht.
Jetzt also war der - schon im Vorspann so angekündigte - 4. Film von Quentin T. zu sehen, und der entpuppte sich aber dann doch als echter Halbfilm und reitet somit gut mit auf der derzeitigen Sequel-Welle. Das muss nicht Scheisse sein, immerhin gehe ich dann öfters ins Kino, kann mich dazu ja ohnehin kaum aufraffen. Bei Matrix etwa finde ich die Fortsetzungen sehr angenehm, weil dadurch die Zeit, die mit Dreschereien draufgeht immer mehr wird, und der gute alte Agent Smith als Ameisenschwarm Neo ein wenig bedrängt, was ja im ersten Teil nur ansatzweise gelang.
In KILL BILL widerum wird ja eine gelb bekleidete "göttliche Schwanzlutscherin" (Originalzitat der deutschen Übersetzung) von etwa 80 Männern mit Schwertern zwar nicht umgebracht aber doch genug ermüdet, um den Kampf mit Oren Ishi nur mit Müh und Not Schädeldeckenabhauend (Erinnerungen an Hannibal!) bestreiten zu können.
"Scherz" beiseite: KILL BILL ist vielleicht nicht der vierte, aber m.e. der erste gelungene Film von Quentin T. Hoffentlich wird er nicht zum Kultfilm hochgelobt.
Hier wieder einmal ein Zitat, das zur Jahreszeit passt und - so hoffe ich auf Anklang stösst:
GLEICH BEIM HOTEL
Gleich beim Hotel, links von der weißen Straße,
ist eine abschüssige Wiese, die niemand betritt.
Im Urzustande ist das vielfarbige Fleckchen.
Auf roten Disteln wiegte sich der Distelfink,
und graue Brennesseln bargen gelbe Schnecken.
Es war ein Gewirr von Braun und Grau und Weiß,
mannshoch und dicht. Im Mondlicht lag es düster.
Hier erschaute ich der holden Jahreszeit holden Wechsel.
Oberhalb wurde gebaut mit hunderttausend weißen Betonwürfeln,
und unten war das Bahngeleise nach Triest.
Hier aber, auf dem abschüssigen unzugänglichen
Wiesenfleckchen, gab ein Monat dem anderen die Tür.
Ein jeder kam in seinem Prachtgewande.
Und jeden grüßte ich dankbaren Blicks.
Es war mein Kalender. Ich erkannte jeden Monat,
jede Woche, ja jeden Tag an den Veränderungen.
Als alles blühen wollte, sah ich es voraus;
ich sah es voraus, als alles sterben mußte!
zwischenbericht am rande der notizen zu den entwürfen der skizze
jetzte lese ich immer noch an den "sternstunden" ! grrrrr - immerhin bin ich schon beim cicero, aber der zwetschkenbaum vom drach wartet schon - und ich auch.
nach dem zwetschenbaum - ich hoffe noch heuer - stehen dann zwei bücher von robert walser (der spaziergang, jakob von gunten) auf dem programm. dank des tipps vom kumpel alex werde ich dann kubins einzigen roman lesen (die andere seite), dann das karl kraus-lesebuch vom wollschläger und im anschluss daran nocheinmal watzlawicks "vom unsinn des sinns und vom sinn des unsinns".
soviel nur nebenbei.